Die Pandemie führt uns gerade vor Augen, wie wichtig innerstädtische Grünanlagen und Parkflächen für die Gesundheit und Lebensqualität sind

Leserbrief zur Sondersitzung, Klaus Burger, Dezember 2021

Bei den Themen Hintere Insel und Karl-Beverplatz sind noch zahlreiche Fragen offen. Trotzdem wollen Mitglieder des Stadtrats und der Verwaltung das zur Zeit herrschende Machtvakuum offensichtlich ausnutzen. Leider sind in den letzten Jahren vor allem im Bereich der innerstädtischen Grün-und Freiflächen Maßnahmen geschehen oder eingeleitet worden, die bisherigen Zielen der Stadtentwicklung eklatant widersprechen. Dies war u.a. die widerrechtliche Abholzung der Baumbestände in Reutin zwischen Bahnlinie und Schrebergärten. Im Rahmen einer „Bürgerbeteiligung“ wurden die Ergebnisse des Bürgerentscheids im Bereich des Karl-Beverplatzes in einer Weise verändert, sodass die Vorschläge der Bürger auf Schaffung eines großzügigen durchgrünten Bereichs mit Parkplätzen im Vorfeld der Insel vereitelt wurden. Solche Vorgehensweisen stellen sich insbesonders im Lichte der gegenwärtigen COVID-19  Pandemie als bedauerlicher Fehler heraus. Die Pandemie führt uns gerade vor Augen, wie wichtig innerstädtische Grünanlagen und Parkflächen für die Gesundheit und Lebensqualität sind und wie deren Erhaltung die psychoziale Resilienz stärken  kann. Hierzu ist ein totales Umdenken in den Köpfen der Planer und Planerinnen, Politiker und Politikerinnen auch in Lindau notwendig. Dies gilt nicht nur für Schrebergärten, sondern auch für andere Bereiche, wie die für die geplante Bebauung auf der Hinteren Insel. Hier wurden die nach dem Wegfall der Parkplätze frei gewordenen Flächen von den Menschen dankbar als Orte der Begegnung und Erholung angenommen. Um dies auch in Zukunft zu sichern, hat sich die Bürgerinitiative BIHI gegründet, die fordert, die gewonnenen Grün- und Erholungsflächenn zu erhalten. Deren Ziele sind aber nur durchsetzbar, wenn auf die bisher geplante Wohnbebauung verzichtet wird. Gerade im Zeichen des Klimawandels sind städtische Grün- und Freiflächen wichtige Elemente zur Erhaltung der Biodiversität und notwendigen Klimaanpassung. Es ist deshalb dringend notwendig, dass Stadtrat und Verwaltung endlich zu einer klaren Haltung finden, denn beide Nutzungen (Wohnen und Feiern) unmittelbar nebeneinander, so wie bisher vorgesehen, schließen sich schon wegen der unvermeidbaren Lärmentwicklung gegenseitig aus.

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