Liebe Freunde, liebe Mitglieder, liebe Unterstützer. Wir wünschen Ihnen allen ein schönes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2022.

Rundbrief unseres ersten Vorstands Uli Schöffel zum Jahresauftakt.

Liebe Freunde, liebe Mitglieder, liebe Unterstützer

„Aus Sicht der Verwaltung ist ein Bürgerentscheid unnötig“, wurde der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Jürgen Widmer, in der LZ vom 01.12.2021 zitiert.

Allerdings halten Bauamt und eine Stadtratsmehrheit es für dringend erforderlich, mittels breit angelegter Werbe- und Info-Kampagne, die Meinung der Lindauer Bürgerinnen und Bürger in eine bestimmte Richtung zu bewegen: zur Akzeptanz eines Rahmenplans, der ursprünglich an der Bevölkerung vorbei konzipiert worden war.

Die immer wieder beschworene „umfangreiche“ Bürgerbeteiligung betraf damals 80 Interessierte, die sich im Heuriedweg einfanden und eine breite Streuung an differierenden Meinungen erkennen ließen. Aus dem damaligen Protokoll ist ersichtlich, dass maximal 1/5 bis ¼ der Beteiligten dem Ausmaß der geplanten Bebauung zustimmten. Das Echo auf den, in der Folge durchgeführten, Wettbewerb war entsprechend gespalten. Am Rahmenplan wurde unverdrossen weiter gebastelt.

Die Skizzierung der geplanten Kubaturen durch die BIHI und den Bayerischen Rundfunk im letzten Sommer wurden von Anhängern des Rahmenplans als übertrieben und unzutreffend bezeichnet, obwohl sich beides ausschließlich an den Vorgaben des Rahmenplans orientierte.

Die Blockrandbebauung, ein Begriff, der selbstverständlich nichts mit einem mittelalterlichen Städtebau zu tun hat und erst mit der Industrialisierung des 19.Jahrhunderts in die europäischen Großstädte gelangte – und erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts als „Neue Urbanität“ in vielen Vorstädten Einzug hielt – wurde im Rahmenplan als Fortführung der historischen Altstadt verkauft und von einigen tatsächlich als „zur Altstadt passend“ eingestuft.

Die BIHI versteht die Hoffnung vieler Mitbürger auf eine ganzjährige Belebung der Insel zum Schutz der vorhandenen Infrastruktur. Dieses Ziel jedoch, halten wir eher erreichbar durch eine Attraktivitätssteigerung der gesamten Insel durch einen großzügigen Erholungsraum mit Parkgelände, Unterhaltung, Kultur und Gastronomie, als durch eine schrittweise, auf mehr als 20 Jahre ausgelegte Bebauung dieses so wertvollen Areals.

Niemand kann ernsthaft glauben, dass die 400 Neu-Anwohner, die vielleicht in 6 Jahren hier siedeln könnten – in mehr als 60% Single-Haushalten – die derzeitige Gewerbestruktur der Altstadt mit Grundschule und Kindergärten nachhaltig konservieren könnten.

Die jetzt vorgelegte Visualisierung verdeutlicht das Problem: Eine austauschbare 08/15-Bebauung, auf dem vielleicht schönsten und spektakulärsten Ort Deutschlands, mit Straßenansichten, wie sie in tausend anderen Kleinstädten gang und gebe sein mögen, darf

für Lindau einfach nicht als angemessen angesehen werden. Belanglose Straßenszenen sollen ein lebendiges, gemeinschaftliches Leben signalisieren. Der Vergleich dieser langweiligen Szenerie mit dem, was wir in unserer Altstadt tagtäglich erleben dürfen, lässt ein solches Konzept völlig unhaltbar erscheinen. Die beliebige Biederkeit ausdrucksloser Kleinstädte hat auf unserer Insel nichts verloren. Das Insel-Flair ist bedroht.

Eine herrliche Parklandschaft in einzigartiger Uferlage, als Erholungsraum für alle, ist das was unsere Insel braucht. Aufenthaltsqualität ist das Schlagwort. Ein behutsamer Umgang mit städtischen Flächen ist ein Muss.

Die neueste Wohnraumbedarfsanalyse der Firma Planwerk ist eine Analyse unseres Wohnbaupotenzials. Nicht der zu erwartende Bedarf wurde analysiert, sondern die mögliche, durch vermehrte Bautätigkeit ausgelöste, erhöhte Nachfrage.

Und selbst wenn wir, durch die Nicht-Bebauung dieses wunderbaren Areals, in 20 Jahren nur 27000 statt 28200 Lindauer sein werden, können wir damit vorzüglich leben.

Die Entscheidung, in welche Richtung sich die Insel entwickeln soll, wird das Bild Lindaus bis in die ferne Zukunft hinein prägen. Deshalb gehört diese Entscheidung in die Hände aller Lindauer. Wir brauchen den Bürgerentscheid!

Für heute mit herzlichen Grüßen und mit besten Wünschen für das neue Jahr,

Uli Schöffel

1.Vorsitzender

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Ein Erfolgstag für die BIHI! LZ berichtet über die neue Werbekampagne der Stadt

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