„Überlasst die Verwertung des Gartens auf der Hinteren Insel endlich den Kennern!"
Antwort auf den Leserbrief vom 27.1. K.H. Brombeis
Autor Cornelius Wiedemann
Endlich öffnet uns ein Fachmann die Augen im Streit um die Bebauung des Gartens auf der Lindauer Hinteren Insel. Die Altstadt muss man ja sowieso als zusammenhängenden Blockbau betrachten, da kommt es auf eine gleichartige Erweiterung in die Gartenschauflächen hinein auch nicht mehr an. Und dass diese Bebauung dann auch noch verträglich gestaltet wird, dafür bietet der Leserbriefschreiber ausreichend persönliche Gewähr. Denn schließlich ist er nicht nur selbst fachkompetenter Planer, sondern er geht als Kopf der dort interessierten Baugenossenschaft auch noch das Risiko ein, mit seinen Genossen im dortigen Blockbau dann wohnen zu müssen, wenn in der Umsetzung der Rahmenplanung vielleicht was schief gegangen sein sollte. Dem Mann kann man vertrauen. Außerdem: Wir haben in unserer Bauverwaltung hervorragende Planer. Und die sind alle auch für die intensive Blockbebauung. Was kann denn daran falsch sein? Und die können sich mit Ihrer Meinung auf sachverständige Begutachtungen berufen, die die Stadt bei namhaften Koryphäen eingekauft hat, die sie viel Geld gekostet haben und die auch alle zum Ergebnis gekommen sind, daß die Umwandlung der städtischen Grünfläche auf der Hinteren Insel in eine Blockbebauung das einzig Wahre ist. Was wollen sich da unbedarfte Bürger der BIHI, die von den wichtigen Dingen keine Ahnung haben, in die Diskussion einmischen? Erhaltung eines grünen Erholungsbereichs auf der Insel?! Das braucht es dort doch gar nicht. Die Insulaner können doch aufs nahe Festland gehen, wenn sie „grün“ geniessen wollen. Dort gibt es genug davon.
Sehr zu Recht will der Leserbriefschreiber auf der Hinteren Insel soziale Gerechtigkeit durchsetzen. Wie kann man denn als BIHI fordern, daß die Stadt darauf verzichtet, aus ihrem Gartenland kostbarstes Baugelände in einer der attraktivsten Lage unseres ganzen Landes zu machen? Denn schließlich ist die Stadtklasse leer und auf Gewinne durch Ausnutzung spekulativ überhöhter Immobilienpreise angewiesen. Lasst doch die Spekulanten ruhig zahlen. Wer sich derartige Wohnlagen leisten kann, der soll auch ruhig die Stadt in voller Höhe dafür entschädigen, daß sie mit hohem Aufwand diese Werte geschaffen hat. Und wer sich die nicht leisten kann, dem muß geholfen werden. Natürlich nicht irgendwo, etwa auf dem Festland, wo die Preise viel günstiger sind und man die Gewinne in viel mehr preiswerte Fläche für bedürftige Bürger umsetzen könnte. Nein: gerecht wäre nur, wenn die privilegierte Wohnlage unmittelbar auch Bedürftigen zugute käme, die diesen Luxus nicht selbst bezahlen, sondern ihn sich von der Allgemeinheit bezahlen lassen müssen. Und ein solches Opfer für uns alle wäre auch nicht mehr als als recht und billig. Denn gesellschaftliche Hilfsleistungen dürfen sich nicht nur am Notwendigen orientieren, sondern soziale Gerechtigkeit muß es auch im Luxus geben. Sonst entsteht Sozialneid, wie der Leserbriefschreiber richtig erkannt hat. Nur so können wir einen Klassenkampf vermeiden. Und dafür muß sich jedes Opfer lohnen!"
Der böse Augustin (im Gegensatz zum „lieben A.“)"
schöne Grüße
Cornelius